126 Kanäle…Lebensmittel Liebe

Foto: Lili Scholtes in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn
Foto: Lili Scholtes in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn
Foto: Lili Scholtes in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn
Foto: Lili Scholtes in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn
Foto: Lili Scholtes in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn
Foto: Lili Scholtes in der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn

 

Mit: Jens Fischinger und Nana Hülsewig

Modell: Linda Alina Wentges Davila

 

Regie: Günter Brombacher

Künstlerische Mitarbeit: Lili Scholtes

Text, Ausstattung: Nana Hülsewig

Stimme: Katja Schmidt-Oehm

Fotos: Hannelore Kober

 

Mit freundlicher Unterstützung der Landeshauptstadt Stuttgart, der Agentur Fohler sowie des Tonstudios Stuttgart

 

Jens: Was ist an Dir sexy?

Nana: Schauen.

Jens: wie?

Nana: Ich kann gut schauen

 

Der Arbeitsraum ist Produktionsraum. Der Musiker Jens Fischinger macht Musik, die  Künstlerin Nana Hülsewig arbeitet an einem lebenden Modell. Zuschauer sind anwesend. 

 

In der aktuellen Performance von NANA&FRIENDS inszeniert Nana Hülsewig sich als Künstlerin in ihren Arbeitsprozessen. Mit dieser selbstreflexiven Inszenierungsstrategie macht sie sich selbst, ihre Vorstellungen über Leben und Kunst, ihre Wahrnehmung, ihre Erfahrungen und Emotionen und ihre Körperlichkeit zum Ausgangspunkt und Gegenstand ihrer Darstellung. Dazu braucht sie eine Art Doppelbewusstsein. Denn die Selbstbeobachtung verlangt Überschreitung als Methode und produziert Paradoxien und rekursive Schleifen. Nana Hülsewig baut daraus ein spannendes Spiel ständiger Perspektiv- und Kontextwechsel. Ihr „Blurring of Art and Life“ schafft oszillierende Zustände zwischen Bühne und Atelier, Leben und Kunst sowie zwischen den Künsten selbst. Das eine, das andere, beides, keins von beiden oder was ganz anderes. Es gibt viele Möglichkeiten zu schauen:  

 

„Was mir im Leben begegnet, findet sich verstoffwechselt in meiner Arbeit. Ich schneide das für meine Arbeit zu wie eine Couture. Ich habe einen Fundus von persönlichen Gesprächen und Erfahrungen, von Text- und Filmsequenzen mit denen mich intensive Gefühle verbinden. Sie werden zu meiner Biografie, und ich baue daraus Bilder.“ 


Jeder besitzt so einen Fundus. Wir sind aktive Interpreten, wir sehen mit dem, was wir schon gesehen haben. Aber welche Bilder erlauben wir uns?

Nana Hülsewig forscht. Ihr persönliches Archiv liefert Daten und Rahmen für die Formsuche. Sie probiert aus, legt fest und verändert. Performance ist eine Art Verhandlung. Eine Veränderung kann durch experimentelles Handeln vorgeschlagen werden, mehrdeutig, missverständlich, vorläufig und strittig.

Es gibt da eine ansteckende Lust zu diesen experimentellen Handlungen.

 

„Ich bin kein Ingenieur – es muss nichts funktionieren, im Gegenteil. Es handelt sich ja um mein Leben. Ich lebe vom Experiment, vom Skizzieren, von Versuchsanordnungen.

Meine Performances sind Teil meiner Forschungsarbeit."

 

 

Lili Scholtes, April 2011