ABRISS IST VERTRAUENSSACHE 2

KRASS - NACHHALTIG - UNBESTECHLICH - SEXY

 

Mit: Stela M Katic, Kathja Schmidt-OehmChristopher Walz

Text/Ausstattung/Mitwirkung: Nana Hülsewig

Regie: Günter Brombacher

Technik: Jens Fischinger

Fotos: Hannelore Kober, Friedhelm Volk

 

gefördert durch 

den Landesverband Freie Theater Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft Forschung und Kunst

und durch 

die Stiftungen Landesbank Baden-Württemberg

 

In der neuen Inszenierung des Performance-Kollektivs NANA&FRIENDS werden Gegensätze auf mehreren Ebenen untersucht. 

Emotionale Parallelwelten, Stereo-Empfindungen zwischen Gefühl und Realität.

Lust und Schmerz, Vertrauen und Angst. 

Ironie, Übermut und Witz stehen gegen Sauer, Scharf und Bitter.

 

Eine Text-Couture aus dem real existierenden Leben.

Drei Frauen und ein Mann.

Die schönste Art der Verzweiflung: 

Verkaufte, kaufende Frauen. 

Spritzende Kinder. 

Dienender Mann. 

Und außerirdische Begegnungen.

 

 

Foto: Hemme Volk
Foto: Hemme Volk

Drei Frauen und ein Mann untersuchen jenes Geflecht, in das jeder von uns verstrickt ist - diese Alltagsgewebe aus eigener Wahrnehmung, persönlicher Geschichte, sozialen Vorgaben, individuellen Wünschen und allgemeinen Vorstellungen. „Die Konsequenz der Verwahrlosung ist Lebensgier. Man stürzt sich ins Leben und will seinen Teil vom Kuchen. Den bekommt man aber nicht. Oder er ist zu klein. Was steckt dahinter?“

 

Es sind banale, direkte, einfache Dinge die der Text vorgibt. 

Zum Beispiel der Kauf einer Hose, der erforderlich ist, weil man jetzt als frische Nichtraucherin ein paar Kilo mehr auf den Hüften hat. „- Was haben Sie nur für ein Problem? - Es ist kein Optisches Problem, das Dünne, das Zarte, fühlte sich so zurücknehmend an, leicht vergeistigt und jetzt das Dicke, na ja das Dickere ist so präsent. Ich fühle mich so schrecklich vorhanden.“

Oder die Trennung vom Lebensgefährten und die damit einhergehende allumfassende Krise „Ich habe alles gegeben was ich hatte und von mir ist nichts mehr übrig geblieben als ein unbedeutender Kretin und immer noch hatte ich ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber. Das kann ich ihm doch nicht antun…“

Der Kauf eines Duftes und die sprachliche Vereinnahmung der Kosmetik-Industrie „…ein Akkord von weißem Moschus mit dem ausgleichenden Einfluss warmer melodischer Noten erleben Körper und Geist und das gibt Ihnen die Kraft, über die Anforderungen des heutigen Tages hinauszuwachsen und jeden neuen Tag mit positiver, neuer Energie zu beginnen.“

Oder der Kosmos kleinster Fiesigkeiten, der sich eröffnet, wenn sie fragt ob sie schön ist. „Ob du schön bist! Welche Frage! Natürlich bist du nicht schön. Schön sind vielleicht zwanzig jährige Models mit ebenmäßigen Gesichtern, gut proportionierten Körpern. Du hast ja sogar Haare auf den Füßen!“

 

Diesen Themen liegen Gefühle gegenüber, große Gefühle, die eine ganz eigene Geschichte erzählen und mit dem Text nahezu nichts zu tun haben. Gefühle wie Hass, Konkurrenz, Schmerz, Angst, Lust, Verzweiflung, Triumph. Bei der daraus folgenden Orientierungssuche entsteht Komik.